5 -Tägige Hüttenwanderung im Ötztal/ in den Stubaier Alpen ganz ohne Regenbekleidung

Am Sonntag den 29.07.2018 fuhren 7 mutige Wanderer der Turnabteilung mit dem Auto nach Oetz zur jährlichen Bergwanderung. Nach einer kleinen Mittagsmahlzeit starteten wir frisch gestärkt und in voller Wandermontur gegen 13.30 Uhr, von einem Wanderparkplatz in Gries im Sulztal aus (1600m), unsere Tour. Erstes Ziel war die Winnebachseehütte (2362m) mit Bergsee und Wasserfall. Die ersten 15 Gehminuten ging es eine asphaltierte Straße hinauf, vorbei am Berghof Schöpf, anschließend führt der Wanderweg zunächst über einen Trampelpfad durch den Wald und schließlich über Schotter in Serpentinen steil bergauf. Nach guten 2 Stunden erschien dann plötzlich hinter einer Kurve die steinerne Hütte und man konnte sich bei herrlichem Bergpanorama mit einem kühlen Getränk oder im Bergsee erfrischen. Da die Hütte bis auf den letzten Platz ausgebucht war bekamen wir für die Nacht ein 6er-Lager und Ralf Bö. einen Platz im Winterlager.

Nach einer Nacht mit rauschendem Seeablauf verließen wir bei gutem Wetter kurz nach 8.00 Uhr die Winnebachseehütte. Über den Hohen Seeblaskogel (3235m) wollen wir zum Westfalenhaus. Der steinige Weg führt nach oben vorbei an der Ernst Riml Spitz (2507m) bis zu einer kleinen Anhöhe. Von hier hat man einen tollen Blick auf den Bachfallenferner und den Gletschersee am unteren Ende. Der Weg wird im Folgenden steiler und führt oben über einen kurzen, breiten Steingrat mit Aussicht zur Winnebachseehütte. Danach müssen wir ein großes Schneefeld, die Reste des Grünen Tatzen-Ferners, queren. Gut, dass wir alle Steigeisen dabei haben. Nach einem kurzen Rundblick vom Seeblaskogel steigen wir ca. 2km über das teilweise steile und schon etwas sulzige Schneefeld ab, gönnen uns eine Pause mit Rucksackvesper und steigen weiter bergab über den steinigen Moränenrücken in flacheres Gelände. Das Westfalenhaus (2276m) ist zwar schon sichtbar, aber noch ein gutes Stück entfernt. Gegen 16.30 Uhr haben wir unser Ziel erreicht. Ralf schafft immer noch ein paar Klimmzüge an der Holzterrasse und zur Belohnung gibt es kalte Getränke und 3 Minuten warme Dusche.

Nach einem leckeren Frühstücksbuffet ging es um 8.15 Uhr bei wunderschönem Wetter ab der Hütte zunächst durch schöne Hochalmen und dann sehr steil in Serpentinen hinauf zur Zischgenscharte (2934m). Während 3 starke Männer noch zur Schöntalspitze (3008m) hoch kraxelten, genoss der Rest der Wandergruppe die Aussicht und stärkte sich mit einem Müsliriegel für den Abstieg. Der Abstieg war zunächst eine steile Spur mit einem Drahtseil gesichert, anschließend musste man sich einen sicheren Weg über große Steine suchen. Weiter ging es über den Zischgeles Ferner, der mittlerweile ohne Schnee da liegt, über Almwiesen entlang des Gleirschbach. Nach der Bachquerung über eine kleine Brücke und einem kurzen Aufstieg erreichten wir nach insgesamt 7 Stunden die Pforzheimer Hütte. Am Abend gab es noch ein leckeres Bergsteigeressen und wir spielten um den Kniffelkönig.

Von der Pforzheimer Hütte ist das erste Etappenziel schon zu sehen, das Gleirschjöchl (2750m). Zunächst geht der Weg mit wenig Anstieg am Trinkwasserbehälter der Hütte vorbei. Nach der Bachquerung gewannen wir in zahlreichen Kehren rasch an Höhe durch das Walfeskar hinauf zum Zwieselbacher Roßkogel (3082m). Für den Aufstieg zum Gipfel ohne schweres Gepäck errichteten wir auf der Scharte ein Basislager aus unseren Rucksäcken. Vom Gipfel aus hat man einen fantastischen Rundblick Richtung Inntal, zum Karwendel, zur Zugspitze oder zu den Ötztaler Alpen. Im Anschluss folgte mal wieder ein spektakulärer, steiler Abstieg über kleines und großes Geröll bis zu einem Schneefeld. Hatte man beim Abstieg die rote Markierung übersehen, musste man einen steilen rutschigen Hang queren. Nach den anstrengenden Strapazen konnten wir dafür Werners Schnaps im Schneefeld kühlen und unsere Wanderung durch das Zwieselbachtal bis zur Schweinfurter Hütte (2034m) fortsetzen.

Nachdem es in der Nacht geregnet und gewittert hatte, waren die Wege am Morgen noch etwas nass und rutschig. Gegen 8.15 Uhr starteten wir unsere letzte Etappe zunächst steil auf einen Geländerücken, entlang des rauschenden Weitkarbaches in das Weite Kar. Vorbei an ein paar Schafen, einem kleinen See und mehreren Steinmännchen stiegen wir hinauf zur Finstertaler Scharte (2777m). Im Gegensatz zu Asperg hatte es dort oben nur einstellige Temperaturen. Ohne Rucksack nahmen wir als kleinen Gipfel noch den Schartenkopf (2855m) mit. Der Abstieg war anfangs mit etwas Kletterei verbunden, dafür hatte man recht früh eine tolle Aussicht auf den türkisblauen Finstertaler Speicher Stausee. Nach einer kurzen Rast mit Genuss von See- und Bergpanorama ging es über Almwege, entlang des Finstertalbaches hinab nach Kühtai zur Dortmunder Hütte. Von hier aus fuhren wir am Freitag wieder in Richtung Heimat mit den PKWs.

Insgesamt hatten wir eine anspruchsvolle aber aussichtsreiche Mehrtagestour bei herrlichem Wetter. Vielen Dank an Werner Kuppinger für die Organisation.